|
Saison 2011 In diesem Jahr haben wir uns auf Longdistance vorbereitet. Unser Training begann Anfang September mit 14 Hunden, davon zwei Yearlings und 12 Hunde fürs Team. Das Ziel dieser Saison ist das Finish des Polardistans 300 in Särna(Schweden). Wir begannen mit Trainingswagen ca.5 km. Dann Geschirrzeiten ca.30-45 Minuten 4 x in der Woche. Dann im Oktober/ November—Quad ohne Motor ca.330 Kg Geschirrzeiten 5 mal in der Woche 1-1,5 Stunden –Steigerung auf 2-2,5 und auf 3 Stunden. Ab Dezember verstärkten dann noch zwei Hunde von Gerda Weidemann und Kurt Rohloff unser Team. Leider zog sich Kurt bei einem Trainingsunfall eine sehr schwere Verletzung zu, so das die Hunde von Gerda und Kurt von verschiedenen Mushern versorgt werden. Akkim und Mikka fügten sich sofort hervorragend ins Team ein. Wir holten uns außerdem sehr wertvolle Tips bei Carola und Bernhard Schuchert, dem zur Zeit besten deutschen Longdistancemusher. Ausserdem half uns der sehr erfahrene und von mir hoch geschätzte Gerd Sandweg mit vielen hilfreichen Hinweisen. Die Yearlings sowie immer zwei verschiedene Hunde bekommen immer einen Pausentag mehr. Wir trainieren ab Mitte November 5x in der Woche abwechselnd große Teams mit dem Quad-2-- 8er Teams mit dem Trainingswagen. Ab Anfang Dezember dann Super Bedingungen-Schnee im heimischen Wald-tolle Trainingsmöglichkeiten. So kommen wir im Dezember auf etwa 700 Trainingskilometer.Dann Wärmeeinbruch –Fahrt zum Rennen nach Tettau. Sehr tiefer Trail aber fahrbar-die Hunde sind müde-halten aber dennoch gut mit. Die nächsten 14 Tage gönnen wir den Hunden etwas Erholung-mit etwas mehr Ruhetagen. Dann Fahrt zum Sedivackuv Long einem Etappenrennen in Tschechien im Adlergebirge. Es sind 220 Km zu absolvieren in 4 Etappen mit Biwak und 2000 Höhenmetern pro Tag. Tolles Winterwetter und ein schöner Stake-out Platz begrüßen uns in Destne‘. Alles geschieht rund um die Pension Krystina. Eine völlig lockere Musherbesprechung mit Pavel und Andrea Kucera stimmen uns auf das Rennen ein. In der Nacht zur ersten Etappe schneit es unaufhörlich. Am ersten Renntag bedecken ca.35 cm Neuschnee die 60 km lange Rennstrecke. Lediglich einmal mit dem Skiddoo abgefahren wird die Etappe gestartet. Der Schlitten muß 70 Kg bei 10 Hunden wiegen. Wir starten in der Klasse LTO mit 12 Hunden. Der Start ist in einem Skihang, den man zunächst einmal erklimmen muß. Dann geht es nach ca.2 Km durch den ersten-gleich danach durch den zweiten offenen Bachlauf-normal für dieses Rennen. Nach der Ortschaft Destne fährt man dann ins eigentliche Gebirge. Flachen Anstiegen-folgen steile Anstiege, dann wieder steile Abfahrten –superschön. An den Checkpoints sollte man unbedingt den Tee mit Rum annehmen-ich glaube andernfalls sind die fleißigen Helfer die stundenlang in der Kälte ausharren beleidigt. Die Hunde laufen einen guten Rhythmus und wir beenden die erste Etappe auf Platz zwei. Kaltes gutes Rennwetter am zweiten Tag-der 60 Km Trail ist schneller. Die Etappe wird später gestartet und als Nachtetappe beendet. Die Hunde finden sehr schnell Ihren Rhythmus-wir überholen unsere Kontrahenten relativ früh und sind am Ende der Etappe auf Platz 1. Am dritten Tag geht es ins Biwak. Von Anfang an läuft das Team einen homogenen Rhythmus und wir sind nach genau 5 Stunden die 58 Km ins Biwak gelaufen. Das beschert uns einen komfortablen Vorsprung. Es wird eine kalte(-23°)Biwaknacht-aber sternenklar und fast windstill—traumhaft.
Morgens wirken die Hunde zunächst müde—trinken aber eifrig Ihre Suppe und meine Zweifel sind spätestens mit dem Einspannen meiner Leader Holly und Hind beseitigt. Um ca 8.00 Uhr starte ich mit einem voll motivierten Team in den Sonnenaufgang—das sind die Momente in denen man die harte Vorbereitung völlig vergisst und einfach nur geniesst. Die Hunde starten mit einer derart großen Euphorie, das ich Sie von Anfang an zurücknehmen muß. Noch sind wir nicht im Ziel. Nach wenigen Kilometern stimmt der Rhythmus wieder und wir erreichen nochmals mit Bestzeit in der Klasse LTO das Ziel in Destne als erster in unserer Klasse. Esther erwartet uns im Ziel und wir freuen uns gemeinsam mit den Hunden über den schönen Erfolg. Am Stake-Out gibt es reichlich Streicheleinheiten und natürlich Leckerlies für das Team-zu dem natürlich auch die Welpen, Yearlings und die Rentner gehören. Eine nette Siegerehrung und ein toller Musherabend mit sehr netten Musherkollegen runden das Sedivackuv Long 2011 ab. Ein schönes Rennen zu dem wir gerne wieder kommen. Die Trans-Thüringia unser nächstes Ziel wurde leider abgesagt. Das Orga Team um Rennleiter Stefan Petermann gab sich wirklich alle Mühe-aber das Wetter spielte nicht mit—Trotzdem—Vielen Dank für Eure tolle Arbeit und Bemühungen—nächstes Jahr klappt es wieder. Nun steht uns noch eine sehr harte Woche Quadtraining bevor. Danach starteten wir zur Vorbereitung auf das Polardistans 300 nach Schweden.Über Kiel-Oslo geht es nach Ljungdalen zu Gerda und Kurt ins Haus—das Sie uns freundlicherweise als Trainingsresidenz überließen. Das Haus ist wunderschön gelegen und für schwedische Verhältnisse echt luxuriös,mit direktem Trailanschluss. Ingo Bartelds ein Freund der beiden und langjährig erfolgreicher Musher, fährt mit uns die erste Woche superschöne Touren. In der zweiten Woche fordern wir die Hunde nochmals u.a. mit einer Biwaktour in der wir in einen schlimmen Sturm im Fjell kamen. Danach Abfahrt nach Särna und Teilnahme am PD 300. Nach Anmeldung kommt der Vet-Check –alle Hunde bestehen ihn sehr gut. Am nächsten Tag startet das Rennen—gut organisierte Startreihenfolge und zugewiesene Plätze für die offenen Teams erleichtern uns das Einspannen –eines bis in die Spitzen motivierten 12-Hunde Teams. Es läuft von Anfang an sehr gut—als letzter gestartet sind wir bis zum 1.Checkpoint –Lofsdalen erster.Dann machen wir 4 Stunden Pause. Danach geht es weiter zum 2.Checkpoint Lilhärdal—ca.85 Km. Anuk kann nach ca.3 Stunden nicht mehr richtig rund laufen und ich lade Ihn.Wir haben im offenen Gelände sehr viel Sturm und müssen enorm kämpfen aber die Hunde machen Ihre Sache sehr gut. Um 3.48 Uhr sind wir in Lilhärdal—6 Stunden Pflichtpause. Ich nehme Anuk aus dem Team—mein ältester Hund-der bis hierher Toll gearbeitet hat—Esther holt Ihn morgens um 8.00 Uhr ab und er ist glaube ich ganz froh nun in der warmen Box zu liegen Sigmund—Erik Alexander und Hagen sind schon da --alle sind ohne Pause in Lofsdalen durchgefahren. Um 9.50 Uhr fahren wir weiter ca.85 Km zum Checkpoint Lövnasvallen— Viel Schneetreiben und erneut heftiger Sturm in den oberen Regionen dieser Etappe erschweren die Fahrt ungemein—aber die Hunde geben alles, wir überholen Erik Alexander und Hagen und erreichen um ca.18.00 Uhr den Checkpoint. Ich snacke –geben den Hunden eine kurze Pause und muß Lissy aus dem Team nehmen—Sie hat alles gegeben und hat etwas Probleme am Karpalgelenk-somit muss ich Sie leider in eine bereitstehende Box geben. Um 6.40 Uhr verlasse ich Lövnasvallen—es liegen noch ca.58 Km vor uns. Allerdings müssen wir noch mal ins Fjell und dort erwartet uns ganz dichter Nebel—so dicht das wir uns im Schritttempo orientieren müssen. Lani und Holly machen Ihre Sache als Leader mehr als gut und wir überstehen auch dieses Hindernis.Mit erreichen der Baumgrenze wird der Nebel weniger und es wird kälter—viel kälter. Die Hunde haben einen Rhythmus der mich ins Schwärmen bringt und die enorme Kälte vergessen lässt. Nach dem letzten Checkpoint Sir Mikael sind es noch wenige Kilometer zum Ziel,wir biegen auf den See ein und der Trail ist mit lodernden Fackeln gesäumt—ein erhebendes Gefühl und eine unbeschreibliche Stimmung—Gänsehaut pur als wir das Ziel erreichen,in dem schon Freunde warten—Wir haben es geschafft. Auf dem 2.Platz haben wir das Polardistans 300 beendet—Unendliche Freude und der Rest ist nur noch Dank und Anerkennung an : Meine Frau Esther—die als Handler super Arbeit leistete. An meine tollen Hunde--„Sie sind die Stars“ Holly-Lani-Eowyn-Gimli-Hind- Makuya-Kahoku-Lakota-Akkim-Mikka-Lissy-Anuk und den Rest des Teams,auch an die Rentner ,ohne die Erfahrungen mit Euch hätte ich das Rennen nicht geschafft. Bernhard-Carola und Gerd—Danke für die guten Ratschläge und die Zeit die Ihr mir geschenkt habt. An Kurt und Gerda für das überlassen Eures tollen Hauses und zwei tolle Hunde-Lutz-Moni und Winnie sowie an Reiner für den tollen Empfang am Ziel,und natürlich an Ingo für das tolle Training und die hilfreichen Tips in Bezug auf die Gesundheit der Hunde. Alle Freunde die unsere Rennen verfolgt haben sagen wir ebenfalls Danke für Euer Interesse. Meinen herzlichen Glückwunsch an Sigmund Alhaug(N) der das 300er gewann—er hat es verdient.
Es war eine tolle Saison und wir sind recht stolz auf das Erreichte.
|